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Neobiota

Als Neobiota werden gebietsfremde biologische Arten, die einen geographischen Raum infolge direkter oder indirekter menschlicher Mitwirkung besiedeln, den sie ohne menschlichen Einfluss nicht hätten erreichen können. Unter dem Begriff Neobiota werden in Deutschland Arten bezeichnet, die seit 1492, dem Entdeckungsjahr Amerikas, irgendwo eingewandert, eingeführt oder eingeschleppt worden sind. Man unterscheidet nach Tieren (Neozoen), Pflanzen (Neophyten) und Pilzen (Neomyceten). Pflanzenarten die durch menschliche Förderung (z.B. Ackerbau) vor 1492 eingwandert sind werden als Archäophyten bezeichnet. Die Einwanderung bzw. Einführung von Arten durch den Menschen findet weltweit statt und hat schon z.B. auf Hawaii zum Aussterben vieler einheimischer Arten geführt. Deshalb wird mit Sorge die weitere Ausbreitung von Arten beobachtet, da damit ökologische Veränderungen verbunden sein können die auch zu wirtschaftlichen Problemen führen können (z.B. Schadlinge im Pflanzenanbau oder Krankheitserreger). Auf dieser Seite möchte ich meine Beobachtung von Neobiota hauptsächlich aus der Region Gifhorn-Wolfsburg darstellen.

Flora (Neophyten)

Algenfarn (Azolla filiculoides)

Im August und September 2008 habe ich in der Aller bei Wolfsburg flächendeckende Bestände von Azollo filiculoides gefunden. Die Art besiedelte neben der Aller auch einige Gräben. Im September erfolgte nach stärkeren Regenfällen eine Abdrift über die Aller und den Allerkanal.

Eine ausführliche Artbeschreibung befindet sich unter http://www.aquatischeneophyten.de

Azolla filiculoides in der Aller bei Wolfsburg 2008
Azolla filiculoides im Graben bei Wolfsburg 2008
Azolla filiculoides

 

Kanadische Wasserpest (Elodea canadensis)

Elodea canadensis ist in den letzten 20 Jahren im Raum Gifhorn deutlich seltener geworden. Während meiner Untersuchungen der Aller 1985 habe ich nur Elodea canadensis häufig gefunden. Inzwischen ist sie selten in der Aller geworden und wurde von Elodea nuttallii abgelöst. In den Baggerseen ist die Art selten, auch hier dominiert E. nuttallii.

Nuttalls Wasserpest (Elodea nuttallii)

Elodea nuttallii hat sich in den letzten 20 Jahren im Raum Gifhorn stark ausgebreitet. Sie kommt in der Aller und ihren Nebengewässern, in Gräben und in Baggerseen häufig in großen Beständen vor.

Fauna (Neozoen)

Wirbellose

Süßwasserqualle (Craspedacusta_sowerbyi)

Süßwasserquallen habe ich bisher nur im Canyon Süplingen und in den Steinbrüchen Löbejün in Sachsen-Anhalt gefunden.

 

Dreikantmuschel, Zebramuschel (Dreissena polymorpha)

Die Zebramuschel ist häufig in Baggerseen auf Hartsubstrat wie Holz, Steine, Müll und Großmuscheln zu finden.

Amerikanischer Kamberkrebs (Orconectes limosus)

Der Kamberkrebs ist in Fließgewässern, Teichen, Regenrückhaltebecken und Baggerseen weit verbreitet.

Galizischer Sumpfkrebs (Astacus leptodactylus)

Den Sumpfkrebs habe ich bisher nur im Tankumsee 2 mal je ein Exemplar gesehen.

Vögel

Nilgans (Alopochen aegyptiacus)

Die Nilgans stammt aus Afrika und hat sich in den letzten Jahren in Deutschland stark ausgebreitet. Bruten habe ich beobachtet auf dem Schloßsee (2003, 9 Junge) und dem Isernhagener See in Hankensbüttel 2008. Am Isernhagener See gab es 2008 entweder eine zweite Brut im August/September oder eine sehr späte Brut, da ich am 6. September noch kleine Kücken (siehe Foto) sah. Als größte Ansammlung habe ich 29 Tiere im Allertal bei Dannenbüttel beobachtet. Die Art überwintert auch im Gebiet. Winterbeobachtungen machte ich im Winter 2004/2005 auf der Aller bei Gifhorn.

 
Nilgans auf der Aller am Freibad bei Gifhorn (28.02.2005)
Nilgänse am Isernhagener See in Hankensbüttel (27.04.2008)
 
Nilgänse am Isernhagener See in Hankensbüttel (27.04.2008)
Nilgänse auf dem Isernhagener See in Hankensbüttel (06.09.2008)

Weitere Informationen finden Sie unter:

http://de.wikipedia.org/wiki/Nilgans

Mandarinente (Aix galericulata)

Die Mandarinente wurde in Deutland in Parks als Ziergeflügel ausgesetzt und vermehrt sich auch. Ich kenne Vorkommen in der Eilenriede in Hannover und in Spandau/Berlin. Im Amur-Gebiet Russlands an der Pazifikküste kommt die Mandarinente sehr selten vor und wird in der Roten Liste geführt.

Mandarinenten in Spandau (18.01.2009)
Mandarinente in Spandau (18.01.2009)

http://de.wikipedia.org/wiki/Mandarinente

Brautente (Aix sponsa)

Die Brautente stammt aus Nordamerika und wird als Ziergeflügel in Parks ausgesetzt. Ich kenne Vorkommen in Spandau/Berlin gemeinsam mit Mandarinenten und am 12.01.2009 habe ich ein Männchen auf der Aller am Freibad in Gifhorn gesehen.

Brautente auf der Aller in Gifhorn am Freibad (12.01.2009)

http://de.wikipedia.org/wiki/Brautente

Säugetiere

Bisamratte (Ondatra zibethicus)

Die Bisamratte wurde für die Pelznutzung nach Deutschland aber auch in andere Gebiete der Welt aus Nordamerika eingeführt. Inzwischen vermehrt sie sich prächtig und nachdem die Nutzung der Pelze aufgegeben wurde wird sie als Schädling für Deiche an Flüssen betrachtet und zum Teil auch verfolgt. In der Aller ist sie häufig zu beobachten.

 
     

http://de.wikipedia.org/wiki/Bisamratte

Nutria (Myocastor coypus)

Die Nutria ist größer als die Bisamratte und ist nicht so weit verbreitet. Sie stammt aus Südamerika und wurde als Pelztier eingeführt und entkam aus Pelztierzuchfarmen. Ich kenne Vorkommen im Drömling und im Ilkerbruch-See.

   

http://de.wikipedia.org/wiki/Biberratte

Links

Bundesamt für Naturschutz

Aquatische Neophyten in Deutschland

Aquatic aliens

North European and Baltic Network on Invasive Alien Species (NOBANIS)

Edelkrebsprojekt NRW

Wikipedia Neobiota

Wikipedia Neophyten

Verband Deutscher Sporttaucher e.V.

NEOBIOTA Arbeitsgemeinschaft biologische Invasionen

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